Die Abteilung körperliche und motorische Entwicklung ist gewachsen

Seit dem Jahr 1978 existiert die Abteilung für körperliche und motorische Entwicklung an der Schule am Budenberg. In den über dreißig Jahren hat sich die pädagogische Arbeit stetig verändert und weiterentwickelt. Neuerungen im organisatorischen Rahmen wie die Beschulung im Ganztag, aber auch bauliche Maßnahmen und nicht zuletzt die sich immer wieder verändernde Schülerschaft, haben eine Anpassung an die schulischen Voraussetzungen und Bedürfnisse der Schüler*innen erfordert. Neben dem Förderschwerpunkt Lernen ist die Abteilung mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung gewachsen, so dass mehr als ein Drittel der Schüler*innen auch diesen Förderschwerpunkt haben. Es werden Schüler*innen mit Beeinträchtigungen des Stütz- und Bewegungsapparates, Schädigungen des Zentralnervensystems oder des Skelett- und Muskelsystems, Fehlfunktionen von Organen, chronischen Krankheiten und Autismus beschult. Diese werden gemeinsam mit den Schüler*innen unterrichtet, die den Förderschwerpunkt Lernen haben. Das gemeinsame Lernen und Arbeiten in gemischten Klassen wird von Schüler*innen und Lehrer*innen als sehr positiv und bereichernd erlebt. Die Schüler*innen lernen mit- und voneinander. Dabei spielen Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Akzeptanz eine wichtige Rolle.

Das gemeinsame Lernen in gemischten Klassen steht im Vordergrund

Das gemeinsame Erleben und Handeln, die soziale Interaktion, das handlungsorientierte und selbstständige Lernen prägen den Unterricht. Dabei wird das besondere Lernverhalten durch das kleinschrittige Arbeiten, das Prinzip der Individualisierung, ein angepasstes Lerntempo und die angemessenen Gestaltung der Lernumwelt berücksichtigt.(vgl. LEGELMANN Stuttgart 2010, S. 123-138) Die oft mit den Krankheitsbildern einhergehenden Besonderheiten im Bereich der Motorik, der Wahrnehmung und des eigenen Körperempfindens werden im Unterricht aber insbesondere auch durch gezielte Angebote in den Bereichen Bewegung und Psychomotorik gefördert.

Unseren Schüler*innen stehen zahlreiche Hilfsmittel zur Verfügung

Es stehen den Schüler*innen neben individuell angepassten Möbeln, Stehbretter, unterschiedliche Hilfsmittel, wie z.B. ein Handbetrieb für die Nähmaschine, besondere Schneidehilfen in der Küche, Hilfsmittel für den Büro- und Schreibbedarf, wie Lineale, Geodreiecke, Scheren usw. zur Verfügung. Für Ausflüge in der umgebenden Natur kann ein Cross-Buggy genutzt werden. In der Bücherhöhle und in den Klassenräumen bestehen Rückzugsmöglichkeiten. Durch die Beschulung im Ganztag ist es für manche Schüler wichtig, dass sie Zeiten zum Ausruhen bekommen. Spezielle Sitzsäcke können zum Lagern genutzt werden.

Schulhof und Schulgarten sind barrierefrei angelegt

Im Rahmen des Schulalltags erfahren viele unserer Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt KmE zusätzliche Begleitung und Unterstützung durch ihre Teilhabeassistenten. Sie bilden mit den Lehrer*innen und Erzieher*innen ein Klassenteam. Die Absprachen dieses Teams tragen zu einer gut gelingenden Förderung entscheidend bei.
Die Lehrer*innen tauschen sich regelmäßig über KmE-spezifische Inhalte aus und planen und organisieren die besonderen Förderangebote und Aktivitäten.
Die Schule bietet den Schüler*innen einen barrierefreien Zugang zu dem schön angelegten Spielplatz, der viele Möglichkeiten für motorische und sensorische Erfahrungen bietet. Auch der Schulgarten ist barrierefrei gestaltet und ermöglicht mit befestigten Wegen und neu angelegten Hochbeeten einen freien Zugang für alle Schüler*innen.

Verschieden Therapieangebote sind in den Unterrichtsalltag integriert

Ein Prinzip des Unterrichts innerhalb der Körperbehindertenpädagogik ist der „Therapieimmanente Unterricht“. So wurden für die Schüler*innen mit dem Förderbedarf KmE innerhalb des Unterrichtsalltages verschiedene Therapieangebote eingerichtet. Neben Ergo- und Physiotherapien können die Eltern auch das Angebot der Logopädie in Anspruch nehmen. Die Integration der Therapien in den Schultag stellt für viele Familie, eine Entlastung im Alltag dar.
Weiterhin wurden zwei Psychomotorik-Gruppen mit altersentsprechende Angeboten für die Schüler*innen der Grund-/und Mittelstufe, sowie der Berufsorientierten Stufe eingerichtet. Diese Bewegungsangebote finden einmal wöchentlich in der Turnhalle statt, die komplett saniert und mit vielen attraktiven Materialien ausgestattet ist. Neben einer Rollbrettrutsche, verschiedenen Trampolinen und einer großen Auswahl an psychomotorischen Materialien stehen auch unterschiedliche Fahrzeuge für den Außenbereich zur Verfügung. Des Weiteren gibt es zwei Schwimmangebote. Zum einen im Hallenbad vor Ort und zum anderen in der nahe gelegenen Otfried Preußler Schule, die über ein spezielles Therapiebecken verfügt. Dieses Schwimmbad ist besonders für die Schüler*innen geeignet, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Im Rahmen dieses Schwimmangebotes können sie vielfältige Erfahrungen im Bereich der Wassergewöhnung und der eigenen Körperwahrnehmung machen.

Weitere Angebote und Aktionen sind die “Sternstunde”, Psychomotorik, spezielle Sport- und Schwimmfeste

Innerhalb des Wahlpflichtunterrichtes gibt es mit der „Sternstunde“ ein weiteres Angebot, dass die Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt KmE wahrnehmen können: Neben den fachlichen Inhalten sollten im Rahmen von Unterricht die Schüler*innen mit dem Förderbedarf KmE auch …“Möglichkeiten zum selbstbestimmtem Handeln…“ und zur …“Handlungsplanung…“ bekommen. Im Rahmen dieser „Sternstunde“ können die Schüler*innen eigene Bedürfnisse, Ideen und Wünsche einbringen. Dazu gehören gemeinsame Aktivitäten aber auch das Gespräch über die eigene Situation und die damit verbundenen Wahrnehmungen. Für viele Schüler*innen bietet diese gemeinsame Zeit die Möglichkeit auch über ihre Gefühle oder Sorgen zu sprechen.

Fest im Schuljahr integrierte Veranstaltungen sind die gemeinsame Fahrt zum Schwimmfest für KmE-Schüler*innen nach Wiesbaden und die Teilnahme am Sportfest in Kalbach bei Frankfurt. Beide Veranstaltungen werden von den Schüler*Innen mit Begeisterung angenommen.

 

 

Schüler*innen an Regelschulen werden durch unser Beratungs- und Förderzentrum begleitet

Schüler*innen die mit dem Förderschwerpunkt KmE den Unterricht der Regelschule besuchen werden über das Beratungs- und Förderzentrum, das an der Schule angeschlossen ist, begleitet. An unterschiedlichen Standorten und Schulformen stehen Lehrer*innen zur Verfügung, die den Eltern, Schüler*innen und Lehrer*innen der Regelschule in der Förderung beratend und unterstützend zur Seite stehen.

 

„Chancengleichheit besteht nicht darin, dass jeder einen Apfel pflücken darf, sondern dass der Zwerg eine Leiter bekommt.“

Reinhard Turre