Am 10. Oktober 1959 genehmigte das Schulamt des Dillkreises die Aufnahme von zwölf Haigerer Kindern in die neu eingerichtete Hilfsschulklasse der Johann Textor Schule. Rektor Richard Schrö­der hatte die entsprechenden Anträge beim Hessischen Kultusministerium und beim Schulträger rechtzeitig auf den Weg gebracht, sein Kollege Hans Weber war zur Ausbildung als Hilfsschul­lehrer vom Schuldienst beurlaubt worden. Er studierte vier Semester an der Universität in Mar­burg und Übernahm nach der Hilfsschullehrerprüfung 1959 die neu eingerichtete Klasse in Hai­ger.
In der neuen Klasse sollten Kinder gefördert werden, die dem Lerntempo der Regelschule nicht gewachsen waren, weil geistige, körperliche oder soziale Defizite ihre wünschenswerte Entwicklung hemmten. Ziel sollte es sein, diesen Kindern in möglichst individueller Förde­rung den Anschluss an einen dem Alter entsprechenden Leistungsstand zu vermitteln mit guten Aussichten auf eine spätere berufliche Förderung. Rückschulung in die Regelschule sollte von Fall zu Fall möglich sein.

Etwa zwei Jahre nach Einrichtung der Sonderschulklasse betrug die Schülerzahl bereits 51 Kin­der, unter ihnen nun auch solche aus den Haigerer Nachbargemeinden. Unterrichtet wurde jetzt in der sogenannten “Alten Schule” im Zentrum von Haiger. Die neue pädagogische Arbeit mit hilfsbedürftigen Kindern in Haiger war sehr erfolgreich und mit der Zunahme an Schülerinnen und Schülern wurden neue Planstellen eingerichtet. Zehn Jahre nach Einrichtung der ersten Klasse waren es schon sechs Klassen in einer mittlerweile eigenständigen Sonderschule für Lernbehinderte unter der Leitung ihres ersten Rektors Hans Weber.

Eine Schülerzahl über 100 machte eine räumliche Ausweitung der Schule nötig. In verschie­denen Gebäuden der Stadt waren Räume angemietet worden, ein Schulneubau wurde erforder­lich. Mit Unterstützung der Johann Textor Schule, des Schulträgers, der Kultusbehörden, der Stadt Haiger und der

Medien wurde der Schulneubau vorbereitet. Die Grundsteinlegung erfolgte am 23. Dezember 1972, der Einzug in die neue “Schule am Budenberg” am 22. März. Alle be­sonderen pädagogischen Belange dieser besonderen Schule konnten verwirklicht werden, so dass bereits am Tag des Einzuges die Haigerer Budenbergschule als ein Modell mu­sterhafter Planung und Ausführung zu erkennen war.

Sehr bald kamen Besucher aus dem In- und Ausland in diese Schule, vor allem wegen ihrer in Deutschland einmaligen Mediothek für der Bereich Lernbehinderung. Ein umfangreiches Angebot an Lern- und Arbeitsmitteln für den deutschen Schulbuch­markt ging und geht von der Budenbergschule aus, bis auf den heutigen Tag, wo das Symbol der Schule ein Gütezeichen für die hier in Folge entwickelten modernen Unterrichtsmittel ist. Schulen in allen deutschsprachigen Ländern arbeiten heute mit der “Budenberg – Software”.
Heute zählt die Schule rund 140 Schüler aus dem “Alten Dillkreis”. Diese werden, sofern sie nicht aus Haiger kommen, mit Kleinbussen beziehungsweise dem Öffentlichen Nahverkehr in die Schule gebracht. Seit 2003 ist an die Schule ein Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) angeschlossen.